PSG Rohrimoos

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Nächste Termine:

- Helferessen, Samstag, 14. August 2010
- Sonntag, 12. September 2010, PSG-Meisterschaft, 1. Teil


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Dual-Aktivierung

Nachdem der im Winter in der Reithalle Rohrimoos
durchgeführte Dual-Aktivierungs-Kurs
auf reges Interesse und grosse Begeisterung gestossen ist,
hat der Vorstand der PSG beschlossen, eigenes Übungs-
material anzuschaffen.

Ihr findet im Material-Raum der Reithalle Rohrimoos
verschiedene Gassen für die Dual-Aktivierungs-Arbeit
nach Michael Geitner.

Das Material steht grundsätzlich allen Hallenbenützern
zur Verfügung. Bitte tragt Sorge dazu, die Gassen sind
sehr teuer!

Bericht von Janine Harnisch zum DA-Kurs [30 KB]



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Dual-Aktivierung – kurz erklärt

Zu Beginn ein paar Merksätze

Der Gleichklang der Gehirnhälften ist ausschlaggebend für Leistungsfähigkeit,
Gesundheitszustand und Gemütszustand des Pferdes! (Prof. Dr. Jansen, Gehirnforscher
Universität Bremen)Koordination, Balance und Körperbewusstsein stehen in
unmittelbarem Zusammenhang mit dem Verhalten des Pferdes.

Das Pferd kann erst seinen wahren Charakter zeigen, wenn diese
3 Dinge im grünen Bereich sind. Händigkeit ist reine Gehirnsache.
Hohle Seite des Pferdes ist muskulär nicht unterschiedlich zu gebogener
Seite. (Dr. Rooney, USA)Pferde haben 2 Urängste: Hinzufallen (Balance
zu verlieren) und gefressen werden. Unkoordinierte Pferde benötigen
bis zu 90 % mehr Energie.

Für wen ist die Dual-Aktivierung geeignet?

Unabhängig von Pferderasse oder Reitweise eignet sich die
Dual-Aktivierung vom Freizeit- bis zum Turnierreiter für jeden, der es
seinem Pferd ermöglichen möchte, die in seinem Rahmen bestmögliche
Leistung zeigen zu können. Nötig ist nur die Bereitschaft, Neues dazulernen
und ausprobieren zu wollen. Nur wenn wir ausprobieren und selber erleben,
können wir uns auch eine eigene Meinung bilden.

Worauf beruht die Dual-Aktivierung?

Wir wissen, dass Pferden grundsätzlich alles von links und rechts beigebracht
werden muss, weil sie es nicht automatisch auf die andere Körperhälfte
übertragen können. Das ist für uns Menschen schwer nachvollziehbar,
weil unsere Sehweise sich von derjenigen der Pferde unterscheidet:

Binokulare Sehweise
Mensch – beide Augen sehen dasselbe Bild.

Monokulare Sehweise
Pferd – linkes Auge ist meistens das Sicherheitsauge, rechtes Auge das
Fluchtauge, jedes Auge hat ein anderes Bild

Der Erfahrungsspeicher des linken Auges ist oftmals besser gefüllt,
weil Pferde meistens dieses Auge bevorzugen. So versuchen die Tiere,
mit diesem Auge zu sehen, ob Gegenstände bekannt oder unbekannt
sind und diese dann in gefährlich oder ungefährlich einzustufen.

Pferde sind Dichromaten, sie sehen nur die Farben blau und gelb,
Menschen sind Trichromaten, wir sehen die Farben blau, gelb und rot,
dies ergibt die farbige Welt, wie wir sie kennen. Mit Hilfe der Farben
blau und gelb setzen wir intensive Reize auf beide Augen/Gehirnhälften
und somit auf beide Körperhälften des Pferdes. Auch das ungeübtere
rechte Auge wird so immer wieder aktiviert.

Warum Links-Rechts-Reize?

Die rechte Hirnhälfte steuert linkes Auge und linke Körperhälfte und
umgekehrt. Bei Pferden sind die beiden Gehirnhälften viel schlechter
verschaltet als beim Menschen. Es findet nur ein träger Austausch statt.
(calloso bulbärer Index: er beträgt beim Menschen 3.12, beim Schimpansen
1,79, beim Elefant 1.11, beim Delphin 0.93, beim Hund 0.89, beim Pferd 0.70)

In der Humanmedizin wird die EMDR (Eye Movement Desentization
and Reprocessing) zur Behandlung von Traumata angewandt – durch
Links-Rechts-Reize der Augen werden Traumata und Phobien aus dem
Mandelkern (Amygdala) gelöst und gelöscht und können so verarbeitet
werden. Der Mandelkern ist eine Art Zwischenspeicher für Emotionen und
Erlebtes. In diesem Sitz für Emotionen ist alles, was das Pferd erlebt hat,
unreflektiert abgespeichert. Droht Gefahr, kann innerhalb von einem
Sekundenbruchteil der Fluchtreflexausgelöst werden – für uns Reiter
alles andere als wünschenswert.

Und hier setzt die Dual-Aktivierung an. Indem wir den Gleichklang der
Gehirnhälften fördern, also den Informationenaustausch verbessern,
erreichen wir:

- Verbesserung von Koordination und Balance
- Verbesserung von Körperbewusstsein und Selbstbewusstsein
- Verbesserung der Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit
- Bewusstmachung von Bewegungsabläufen, dadurch gezielter Muskelaufbau
- Motiviertes, gelasseneres und durchlässigeres Pferd

Arbeitsmethode und Aufbau

Die 3 Säulen der Dual-Aktivierung
1. Farben und Gassen
2. Art der Übungen
3. Konzentration von Mensch und Pferd

Bodenarbeit
1.Positionieren
2. Fahnenarbeit
3. Longieren (Einfach- und Doppellonge)

Reiten
Haben wir das Pferd ausreichend am Boden auf seine Aufgabe
vorbereitet, können wir mit Reiten beginnen. In der Dual-Aktivierung
werden auf genial einfache Art klassische Übungen sichtbar gemacht.
Dazu sind unserer Phantasie im Parcoursbau keine Grenzen gesetzt.
Die Dual-Aktivierung soll Mensch und Pferd Spass machen sowie
Abwechslung und Kreativität in den Alltag bringen. Auch hier gilt allerdings
das Prinzip vom Leichten zum Schweren, vom Groben zum Feinen, auch
mit kleinen Erfolgen zufrieden sein und vor allem Anerkennung der Bemühungen
des Pferdes.

Text: Janine Harnisch
www.tokala-westernreiten.ch